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08.11.2009  -  Aloys und die Martinsfeier ...  (2. Teil)

 

Martinszug und Martinsmarkt

Lampenfieber im Lichtermeer

Holzwickede, 08.11.2009, Ruben Schulte

 

Holzwickede. Bei so vielen tragbaren Lampen, hätte die Gemeinde am Sonntagabend ruhig die Straßenbeleuchtung ausschalten können – hell genug wäre es beim großen Martinszug durchs Zentrum immer noch gewesen.

Hunderte Kinder sorgten mit ihren größtenteils selbst gebastelten Lampen dafür, dass jeder den Weg von der Kirchstraße über die Berliner und Münchener Allee sowie die Goethestraße auf den Hof der Aloysiusschule finden und vor allem sehen konnte. Allen voraus hoch zu Ross führte den Lichterzug allerdings nicht der heilige Martin persönlich an, sondern zwei Reiter mit ihren Pferden wiesen als Orientierungshilfe den Teilnehmern den Weg.

Lampenfieber vor dem großen Auftritt: Das St.-Martin Ensemble der Aloysiusschule. Foto: Dittrich (WR)
Lampenfieber vor dem großen Auftritt: Das St.-Martin Ensemble der Aloysiusschule. Foto: Dittrich

Sankt Martin alias Wilhelm Althaus (10) wartete derweil nämlich ungeduldig auf dem Hof der Aloysiusschule auf seinen großen Auftritt. Seit den Sommerferien hatte er mit acht Mitschülern der Theater-Arbeitsgemeinschaft der Grundschule für das Martinsspiel geprobt. Im Lampenfieber ging er mit seiner Lehrerin noch einmal schwierige Textpassagen der Rolle durch. „Ich weiß nicht, ob ich's verraten darf, aber den Mantel zu teilen ist ganz einfach: Der besteht aus zwei Stücken, die mit einem Klettband zusammengehalten werden”, sagte er grinsend. Unter dem Mantel war Wilhelm aus der Klasse 4b wie ein stattlicher Ritter ausgerüstet. „Das Schwert habe ich von einem Mittelaltermarkt”, erzählte er. Für die anderen Accessoires hatte er noch seinen Kleiderschrank durchwühlt: „Ich hab aber nur einen Kettenhandschuh gefunden. Die Rüstung ist aber noch von meinem Halloween-Kostüm”.

Den Bettler mimte seine Jahrgangs-Kollegin Paulina Korell (9) aus der Klasse 4a, die sich ihr Kostüm über eine Freundin ihrer Mutter geliehen hatte. „Ich wollte unbedingt die zweite Hauptrolle spielen”, sagte die Grundschülerin. Ingesamt vier DIN-A4-Seiten mit Text galt es dafür zu büffeln.

Vor dem traditionellen Laternenumzug hatten der Aktivkreis Holzwickede, die Kolpingfamilie und die Aloysiusschule erstmals gemeinsam zum Martinsmarkt an der Hauptstraße eingeladen. Witzige Idee: Wer noch keine Laterne für den Umzug am Abend hatte, konnte sich noch beim Last-Minute-Bastelstand eine Handleuchte kreieren. Dazu gab's 300 Brezeln, die allesamt hungrige Abnehmer fanden. Auch hatten ab 13 Uhr am Sonntag einige Geschäfte die Pforten für Kundschaft geöffnet, regelrechte Besucherscharen ließen sich aber nicht blicken.

 

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